Montag, 10 Juli 2017 12:57

15 Gesundheitsindikatoren zur Selbstbeobachtung

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feet sea Kerala blogIm Ayurveda gibt es 15 Indikatoren, die jedem von uns erkennbare Anhaltspunkte geben, wie psychosomatisch gesund wir gerade sind - oder eben nicht; jedoch ohne Garantie und mit der Möglichkeit von entsprechend persönlichen Abweichungen.

Im Englischen bedeutet Krankheit dis-ease; d.h. sich un-wohl fühlen. Im Sanskrit ist das Gegenteil von dukha (Leid) sukha, was ein Zustand von Wohlbefinden ist, den nur wir selber beurteilen können. Es hängt also nicht von unseren Blutwerten, Röntgenbildern oder sonstigen chemischen Analysen und ärztlichen Befunden ab, ob wir uns gesund (healthy = heil / ganz) und in Balance fühlen oder unwohl, unausgeglichen und zerrissen.

Beispielsweise laufen Menschen völlig schmerzfrei mit einem medizinisch eindeutig diagnostiziertem Bandscheibenvorfall herum, während andere mit einer anatomisch perfekten Wirbelsäule kaum auszuhaltende Rückenschmerzen plagen. Es gibt Krebskranke, die trotzdem eine unerschütterliche, innere Zufriedenheit ausstrahlen; andere, mit einer wundersamen körperlichen Gesundheit gesegnet, sind trotzdem zutiefst unglücklich. Und es gibt Todkranke, die einfach nur dankbar für jeden Atemzug sind, und es gibt Gesunde, die sich zu Tode langweilen und das unbezahlbare Geschenk von Gesundheit weder schätzen noch nutzen.

Diese 15 Indikatoren geben uns eine Orientierung, wie es mit unserer Gesundheit steht; wobei der erste Punkt alle weiteren in den Schatten stellt.

1) Wie zufrieden und glücklich ist meine Grundstimmung? Mit welchem Gefühl wache ich morgens auf und gehe ich abends zu Bett? Ist der Barometer meines Herzens mehr Richtung Liebe oder Angst ausgerichtet und wird die Welt mehr mit Lebensfreude wahrgenommen, oder durch die Brille von Widerwillen und Lebensmüdigkeit entstellt?

2) Wie viel natürliche Lebenskraft & Immunstärke erfahre ich oder sind meine Power und meine Lebensenergie sehr zerbrechlich und in erster Linie von äußeren Substanzen und Stimuli abhängig? Es geht ja auch darum jeden einzelnen Tag mit einem sinnvollen Leben zum Blühen zu bringen, statt mit sinnlose Tage das Leben zu verlängern. Und wie stark ist mein Immunsystem oder haut mich jeder kleinste Temperaturunterschied oder Grippewelle aus der gesunden Mitte?

3 & 4) Wie gut ist mein Appetit & die Verdauung. Im Ayurveda geht es in erster Linie darum, Agni - unser Verdauungsfeuer - zu stärken und gesund zu erhalten, denn eine schwache Verdauung ist die Ursache der meisten Krankheiten.

5) Wie leicht schlafe ich ein? Wie gut gelingt es, abends meine Themen und Identifikationen mit der Welt loszulassen, um mich dem unbegreiflichen Reich des Unbewussten zu überlassen?

6) Wie erfrischt wache ich morgens auf? Kann meine Seele im wohltuenden Nichts der Tiefschlafphase, wo es weder ich als Person noch die Welt existieren, genug Kraft für die Herausforderungen des Alltags tanken? Oder brauche ich erst eine Tasse Kaffee oder eine Dose Redbull, bis ich ansprechbar und aktionsbereit bin? Beim Schlaf geht es nicht um die Quantität, sondern um die Qualität, denn jeder kennt Lebensphasen, in denen wir wenig Schlaf brauchen und trotzdem voll Energie strotzen, als wären wir gerade frisch verliebt.

7) Wie gesund ist meine Haut & Hautfarbe? Die Haut wird nicht nur als Spiegel der Seele bezeichnet (und jeder benutzt die Redewendungen „es geht mir unter die Haut“ oder „es ist zum Aus-der-Haut-Fahren“), sondern sie ist auch eines der wichtigsten Attraktivitäts-Kriterien. Kein Wunder, dass Werbung und Kosmetikindustrie dabei entsprechend dick aufträgt.  

8, 9 & 10) Wie gesund sind Stuhl, Urin & Schweiß? Durch den Bestseller „Darm mit Charme“ wurde der Darm und sein Inhalt als Gesundheitsschlüssel mit viel Humor und Wissen thematisiert.

11 – 15) Wie normal ist die sinnlichen Wahrnehmung von Sehen, Hören, Riechen, Schmecken & Tasten? Degenerieren meine Sinnesorgane entsprechend dem Alterungsprozesses, oder verkümmern sie schon wesentlich früher. Beispielsweise nehmen heutzutage Augenkrankheiten epidemieartig zu und Sehkrücken (= Brillen oder Kontaktlinsen) sind schon so normal und zu Mode-Accessoires pervertiert, dass man dies gar nicht mehr als Gesundheitsdefizit erkennt.

Übrigens wird der Spruch „mens sana in corpore sano“ – der auch gerne im Hatha-Yoga als Rechtfertigung für die Überbetonung der körperliche Praxis gesehen wird – selten im ursprünglich gemeinten Zusammenhang zitiert. Denn der römische Dichter Juvenal meinte eigentlich satirisch: Wenn man schon die Götter um etwas bittet, dann zumindest um einen „gesunden Geist in einem gesunden Körper“ ... und das ist tatsächlich ein unersetzbares Geschenk, das uns oft erst dann bewusst wird, wenn es verloren geht.

PS: Mehr zum Thema: „Indikatoren für eine gute Gesundheit

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